Aktuell
Wie entwickelt sich der Markt?
23. September 2011
„Von nun an ging’s bergab“ – dieses Chanson von 1967 plagt wohl auch die Finanzwelt derzeit als Ohrwurm, denn alles marschiert Richtung Süden und damit auch die Agrarrohstoffe – Mengenbilanzen spielen in dieser Situation keine entscheidende Rolle mehr.
Wir, die Lippe Agrar, halten uns schon seit längerer Zeit mit einer eindeutigen Preisprognose für Getreide und Raps zurück. Das mögen Sie auch daran erkannt haben, dass wir uns mit unserem Kundenbrief eher rar gemacht haben. Zu unberechenbar sind die möglichen Einflüsse aus der Finanzwirtschaft geworden, um eine seriöse Einschätzung der Preisentwicklung abgeben zu können. Da benötigt man schon eine gehörige Portion Nerven (und genügend Geld auf der hohen Kante), um den großen Preisausschlägen am Markt widerstehen zu können.
Diese Preisschwankungen werden uns aber wohl noch längere Zeit begleiten. Denn bevor wieder Ruhe am Markt eintreten kann, müssen die politischen Kräfte unter Beweis stellen, dass die Schuldenberge in Europa, USA und Japan tatsächlich zurück geführt werden. Aber ist der Wille und die Kraft zu derart unpopulären Handlungen wirklich vorhanden? Mit der Beantwortung dieser Frage mögen Sie auch gleichzeitig das Risiko einschätzen, dass uns über die Finanzwelt noch ereilen kann.
Mit der neuen Getreideernte braucht die EU am Weltmarkt nicht mehr antreten.
23. Mai 2011
Schon sehr frühzeitig kommen die ersten Ernteschätzungen auf den Markt und es sind erschreckende Zahlen, die den Zustand der Bestände auf den Feldern widerspiegelt.
Der Deutsche Bauernverband schätzt die Getreideernte 2011 auf gut 40 Mio. to. (-8% zum laufenden Wirtschaftsjahr). Eine ähnlich schlechte Ernte hatten wir zuletzt 2007 (Wir erinnern uns an die darauf folgende Preisrallye). Auch in Frankreich wird zur Zeit ein Minderertrag in Höhe von 11% geschätzt. Briten, Dänen und Polen leiden ebenfalls stark unter der Trockenheit. Wir sind in dem zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr Netto-Exporteur von ca. 19 Mio. to Getreide (29.3 Mio. to Getreideexport abzüglich 10.3 Mio. to Import). Mit der Ernte in diesem Jahr müssen wir uns aufgrund der zu erwartenden Mindererträge keine großen Gedanken über die Teilnahme am Weltmarkthandel machen. Wir werden in der Summe mal gerade genug für uns haben.
Diese schlechten Ernteprognosen stoßen nun auf weitere schon seit längerem bekannte Tatsachen. Der Rohstoffbedarf an Bioenergie hat sich seit 2007 verdoppelt und wird weiter wachsen. Anders als in 2007 sind die Interventionsläger in der EU geräumt. Auch die Bestände des freien Marktes sind stark geschrumpft.
Lippischer Feldtag 2011
Zu unserem 13. Lippischen Feldtag am 7. Juni 2011 haben wir wieder einiges für unsere Kunden vorbereitet. Einzelheiten können Sie hier abrufen: Feldtag 2011.pdf
4. Mindener Speicher Gespräche
3. Februar 2011
Das Weserhochwasser hat sich wieder verflüchtigt und auch der Winter hat mit seinem Schneetreiben eine Pause eingelegt. So können die vierten Mindener Speicher Gespräche ihren gewohnten Lauf nehmen. Neben der Analyse der Getreide- und Ölsaatenmärkte bildet in diesem Jahr das Thema Risikomanagement einen Schwerpunkt der Veranstaltung. Prof. Dr. Enno Bahrs, Universität Hohenheim, bringt in seinem Vortrag wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen auf den Punkt.
Der Aufwärtstrend ist ungebrochen
12. Januar 2011
La niňa ist die kleine Schwester von El niňo. Das Wetterereignis La niňa tritt meist nach einem El niňo-Ereignis auf. La niňa verbreitet, um es auf den Punkt zu bringen, Trockenheit in Südamerika und Starkregen in Südostasien (und dieses Jahr auch in Australien). Und wenn dann noch zusätzlich ein zentrales Weizenanbaugebiet in China seit Monaten unter einer ausgeprägten Trockenheit leidet, haben wir einen großen Teil der Gründe erfasst, warum im Augenblick der Markt für Getreide und Ölsaaten so nervös ist. Über die Situation in Russland haben wir ja schon mehrfach geschrieben. Auch hier haben sich alle Befürchtungen bestätigt. Mit einer unterdurchschnittlichen Ernte 2011 bleibt Russland weiterhin Nettoimporteur bei Getreide.
Getreide alte Ernte
Noch Anfang April 2008, als der Weizenpreis seinen damaligen Höhepunkt erreichte, waren sich alle Marktteilnehmer einig, die Weizenmengen reichen nicht bis zur neuen Ernte. Doch kaum vielen an der Börse die Preise tauchte wieder so viel Ware auf, dass die schon importierten Substitute überlagert werden mussten.
Warum sollte es sich dieses Jahr nicht ähnlich entwickeln? Hohe Preise ziehen die Ware aus dem Ausland an. Wir glauben zwar, dass der Scheitelpunkt noch nicht erreicht ist, aber Obacht ist geboten!





