Futterweizen teurer als Mahlweizen

12. November 2009
So deutlich ist die Differenz nur selten. Die inländischen Kraftfutterwerke haben beim Futterweizen die Preisführerschaft übernommen.. Sicher aus der enttäuschenden Maisernte heraus müssen die etwa 30% Fehlmenge am Markt durch Weizen kompensiert werden. Diese Tatsache und die noch immer anhaltende Verkaufszurückhaltung in der Landwirtschaft sta-bilisieren den Markt. Die Mühlen tun sich sehr schwer dieses erhöhte Preisniveau zu akzeptieren. Sie finden keinen Ertrag zwischen Mehl- und Weizenpreis und hoffen darauf, dass es sich nur um ein preisliches „Zwischenhoch“ handeln wird. Der Hinweis des Getreideeinkäufers eines gro-ßen Mühlenkonzerns während der Erntegespräche in Detmold „Weizen-mehl entwickle sich für die Weizenverwendung immer mehr zu einem Nischen-produkt“ wurde zwar vom Auditorium eher schmunzelnd aufgenommen, Weizenpreis bestimmend ist dieser Produktionsbereich zur Zeit aber tatsächlich nicht.

Aber worauf dürfen wir bei der Preisentwicklung in der nächsten Zeit hoffen? Die Exporte laufen nicht gut. Bis heute sind im Vergleich zum Vor-jahreszeitraum knapp ein Viertel weniger Getreideexporte aus der EU gelaufen und die Schätzungen für das restliche Wirtschaftsjahr sehen nicht besser aus. Der weiter kränkelnde US Dollar ist dem europäischen Exportgeschäft auch keine wirkliche Hilfe. Man könnte mit seiner Ver-kaufsstrategie auch auf den 100-jährgen Lippe-Agrar-Kalender setzen: „Der Winter wird ziemlich kalt, mehr trocken als feucht. Auch ist er recht unbeständig, immer wieder wechselt große Kälte mit Schnee und Regen…“ Aber ist es wirklich eine gute Strategie auf eventuelle Auswinterungen zu setzen?

Unsere Empfehlung:
Bleiben Sie weiter dran, ihre Ernte in Teilschritten zu vermarkten.

Rapskurse dümpeln so vor sich hin
Die Rapskurse können sich „mental“ noch nicht von der großen europäi-schen Ernte mit sehr hohen Ölgehalten befreien. Nun keimte in den letz-ten Wochen die Hoffnung auf, die Bioenergiesteuer könne mit Beginn des neuen Jahres gesenkt werden. Die jetzige Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag schriftlich vereinbart, man wolle ab dem 1.1.2010 Bio-kraftstoffe wieder als Reinkraftstoffe marktfähig machen. Das ist jedoch nur möglich, wenn die Bioenergiesteuer von derzeit 18 auf 10 Cent pro Liter Biodiesel und Rapsöl zurückgenommen wird. Käme es so, würde natürlich auch die Nachfrage nach Raps sprunghaft zunehmen. Mittler-weile ist das Bundeskabinett vom politischen Alltagsgeschehen eingeholt worden und es wird nur noch über das Einfrieren der Bioenergiesteuer auf dem jetzigen Niveau für die nächsten vier Jahre gesprochen – also adé Hoffnung auf steigende Rapsnachfrage in Deutschland. Wer seinen Raps noch halten möchte braucht wohl möglich viel Geduld, um eventuell bessere Preise zu sehen.

Prämienkontrakt
Für unsere Kunden bieten wir ab sofort einen börsennotierten Weizen- und Rapskontrakt an. Mit diesem Kontrakt werden Sie nicht unbedingt sehr viel bessere Preise erzielen können als mit den derzeit von uns an-gebotenen Kontrakten, eventuell verlangt der Prämienkontrakt von Ihnen auch, sich verstärkt mit den Märkten auseinander zu setzen. Aber wir sind davon überzeugt, dass Sie auf diesem Wege Tagesschwankungen an der Börse mitnehmen können, die so am täglichen physischen Marktgesche-hen nicht abgebildet werden. Haben wir Ihr Interesse geweckt? 05261 976040 – Frau Reker ist in unserem Hause die Terminmarktexpertin.

Übrigens:
Die Börsenkurse für Weizen und Raps finden Sie auf unserer Internetsei-te www.lippeagrar.de unter „aktuelle Preise“.

             
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