Preise ziehen an! – aber wie lange?

15.10.2009
Der Weizenmarkt befindet sich weltweit in einem leichten Aufwärtstrend. Die Hauptargumente dafür sehen wir in den steigenden Ölpreisen, der all-gemeinen positiven Grundstimmung an den Aktienmärkten und dem immer schwächer werdenden US-Dollar. Natürlich gibt es auch die Nachrichten aus der Landwirtschaft, die für einen Ansteigen der Preise sorgen: So sind erst 13% der US-Maisernte eingebracht, während es sonst um diese Zeit bereits 35% sind. Bei Sojabohnen ist der Reifeprozess der Pflanzen zwar weiter fortgeschritten, doch während sonst bereits 57% der Pflanzen geern-tet sind, sind es derzeit nur 23%. Grund ist das kalte, nasse Wetter in wich-tigen Anbaugebieten. Es wird spekuliert, Farmer könnten auf einigen Flä-chen ganz auf Wintergetreide verzichten und die verspätet frei werdenden Flächen erst im Frühjahr bestellen. Für den weltgrößten Weizenexporteur USA würde dies ein reduziertes Angebot bedeuten. Die Märkte sind ange-sichts der Ernteverzögerungen zunehmend nervös. Die gut gefüllten welt-weiten Lager an Weizen und die positiven Aussichten für die gerade be-gonnene Ernte in Australien, können aber den Preisspielraum nach oben begrenzen.

Der Preisanstieg in den USA wirkt auf dem europäischen Markt durch die Schwäche des US Dollars (heute 1US$ = 1,49€) eher dämpfend. Trotzdem ziehen auch bei uns die Weizenpreise an. Ein Grund könnte sein, dass vie-le Händler und Verarbeiter den Markt eher weiter schwach gesehen haben und sich für die nächsten Monate noch nicht ausreichend mit Getreide ein-gedeckt haben. Die geringer als erwartet ausgefallene Maisernte, das Nied-rigwasser auf vielen Flüssen und die Verkaufszurückhaltung in der Land-wirtschaft führen dazu, dass Käufer derzeit ein Aufgeld zahlen müssen, um an Getreide zu kommen. Da wir derzeit noch keine Gründe für einen an-haltenden Preisanstieg am Getreidemarkt erkennen können, halten wir die-ses Niveau für eine gute Gelegenheit, sich von einer Teilmenge des Ernte-gutes zu trennen.

Für den Raps können wir mit der gleichen Argumentation wie für den Wei-zen aufwarten. Der hohe Ölpreis und die schwierigen Erntebedingungen für die Sojabohne in den USA unterstützen derzeit den Rapspreis. Die Frage, ob die Weltwirtschaft schon so schnell gesundet ist, dass sie weiter stei-gende Energiepreise verkraften kann, muss wohl jeder für sich beantwor-ten…

Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

             
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